Meine Weltreise

Ehrlich gesagt hat es mich früher nicht gereizt andere Länder zu besuchen. Zuhause war es doch immer am schönsten. In den Ferien wollte ich selten mit einer Jugendreisegruppe irgendwo länger hinfahren. Als ich noch zur Schule ging hat sich ein Schüleraustausch nicht angeboten, aber ich hätte es damals sehr wahrscheinlich nicht angenommen. Im Nachhinein hätte ich gerne solche Erfahrungen gemacht.

Erst als Lena sich zu einer Weltreise entschieden hatte, habe ich gleich gesagt, wenn du in Australien bist komme ich dich besuchen. Gesagt, getan. Im September 2013 war ich dann das erste Mal außerhalb von Europa ein paar Tage alleine unterwegs und anschließend haben Lena und drei Wochen lang die Ostküste Australiens von Cairns bis Byron Bay unsicher gemacht. Natürlich verläuft in einem vierwöchigen Urlaub nicht immer alles ganz glatt, aber spätestens ab diesem Moment hat mich auch die Reiselust gepackt. Im Mai/Juni 2014 ging es dann gleich wieder los, diesmal haben meine Eltern und ich zusammen Lena in den USA besucht und sind dort zusammen von San Francisco nach Los Angeles, von Las Vegas aus durch die Nationalparks und nach New York gereist. Nach ihrer Weltreise wollte Lena eigentlich am liebsten gleich wieder losziehen, aber erst Ostern 2015 haben wir uns zusammen auf einen kleinen vierwöchigen Trip durch Mexiko, Guatemala und Belize gemacht.

Auch wenn ich bei den drei größeren Reisen in den letzten drei Jahren die meiste Zeit nicht alleine unterwegs war, war ich immer mehr am überlegen, ob ich mich nicht auch einmal auf meine eigene Weltreise aufmachen möchte. Was genau mir den letzten Ruck gegeben hat, mich für eine Weltreise zu entscheiden, kann ich nicht genau sagen, auf jeden Fall wollte ich nicht weiteren vergebenen Chancen nachtrauern.

Normalerweise ist es unserer Gesellschaft so, dass man für mehr als 40 Jahre arbeitet und dann mit Mitte 60 oder irgendwann mit 70 Jahren das Rentenalter genießt. Neben der Arbeit bleiben im Jahr nur die Wochenenden und ein paar Wochen Jahresurlaub um das Leben richtig zu genießen. Wer weiß, ob ich im Rentenalter das Leben noch richtig genießen kann. Auf jeden Fall werde ich mich nicht mehr so einfach auf die Reise machen können wie jetzt.

Als ich die Entscheidung endgültig getroffen habe, habe ich meinen Antrag auf Beurlaubung gestellt. Was, Beurlaubung?! Jaha, ich habe das große Glück, dass mein Arbeitgeber mich für ein Jahr beurlaubt – ohne Bezahlung natürlich. Das birgt jedoch den unglaublichen Vorteil, dass ich nach meiner Rückkehr einen Arbeitsplatz und somit auch ein monatliches Einkommen sicher habe. Dies war für die Entscheidung natürlich ein großer Pluspunkt, da ich mir keine Gedanken machen musste, wie es nach meiner Weltreise zunächst weitergeht. Geschweige denn von unterwegs einen Job in Deutschland zu suchen.

Und diese Chance musste ich dann einfach nutzen. Dennoch war es zunächst ein mulmiges Gefühl, meine Entscheidung bekannt zu machen. Insbesondere weil ich nicht konkret sagen kann, wo ich das Jahr verbringe und was ich genau machen werde. Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass ich erstaunt bin wie viel Zuspruch ich in der letzten Zeit bekommen habe.

Und das tut gut 🙂 Denn es gibt einige Dinge, die ich nur schweren Herzens zurücklasse. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist loszuziehen. Diese Entscheidung musste getroffen werden – und es ist gut so. Nein, es ist sogar toll! Es ist fantastisch! Es ist das Größte was ich bisher gewagt habe.

Oft habe ich gehört, es sei mutig diesen Schritt zu wagen. Ich weißt noch nicht, wie viel Mut es tatsächlich erfordert. Aber einmal im Leben muss man mutig sein, oder?!

 

 

 

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