Von Lissabon nach Porto

Óbidos & Coimbra, Portugal

Von Lissabon machte ich mich nun auf den Weg nach Porto. Ich wollte jedoch nicht direkt in die zweitgrößte Stadt Portugals fahren. Stattdessen bin ich zunächst mit dem Bus in das kleine Dorf Óbidos gefahren. Bereits direkt bei meiner Ankunft hat mir das kleine Dorf sehr gut gefallen. Óbidos ist komplett von Stadtmauern umgeben. Nachdem ich meine Sachen im Hostel abgestellt habe, bin ich gleich auf die Stadtmauer geklettert und habe einen Rundgang gemacht. Von den Mauern aus hatte ich einen wundervollen Ausblick über die Dächer mit ihren Terrakotta Ziegeln und über die weiß getünchten Häuser. Wer ein wenig mehr Geld in der Tasche hat als ich kann sogar direkt in der Burg übernachten, welche vor einigen Jahren in ein Luxushotel umgebaut wurde. 😀

Nachdem ich mit meinem nicht ganz ungefährlichen Rundgang (viele Stolpersteine und keine Geländer auf der Dorfseite) auf der Mauer fertig war bin ich noch durch die wunderschönen kleinen Gassen von Óbidos geschlendert. Obidos ist eine verhältnismäßig kleine Stadt, und alles Sehenswerte lässt sich in einigen Stunden leicht besichtigen. Leider bin ich ein paar Tage zu früh in Óbidos gewesen, denn eine Woche später beginnt der Mittelalterliche Markt. Die stimmungsvolle Kulisse für Hunderte von Statisten und Akteuren, die originalgetreu gekleidet als Edelleute, Bettler, Eseltreiber, Jongleure, Spielleute, Hofnarren und Tänzerinnen durch die Straßen ziehen und die Zuschauer unterhalten. Mittelpunkt des bunten Treibens ist der Platz vor der Burg. Hier werden Turniere zu Pferde und zu Fuß ausgetragen, mittelalterliche Abendessen veranstaltet und der Markt abgehalten, auf dem von Gewändern aus der Zeit bis hin zu traditionellen Heilmitteln alles feilgeboten wird. Naja, nächstes Mal. 😉

 

 

Mit dem Zug ging es von Óbidos weiter Richtung Norden. Meinen nächsten Halt habe ich in der Universitätsstadt Coimbra gemacht. Am höchsten Punkt der Stadt befindet sich die renommierte Universität von Coimbra und ihre majestätische Bibliothek aus dem 18. Jahrhundert. Die Universität ist die älteste des Landes Portugal und hatte ihren Sitz ursprünglich in Lissabon, aber im Jahre 1537 wurde die Universität nach Coimbra umgesiedelt. Die Bibliothek Joanina ist unglaublich schön, die Deckengemälde und die endlosen Bücherregale waren überwältigend. Die Bibliothek umfasst insgesamt 250 000 Bücher. Diese jahrhundertealten Relikte wurden tadellos erhalten, und zwar mit der Hilfe einer Fledermauskolonie … kein Scherz! Am Abend werden die wertvollen Tische abgedeckt und die Fledermäuse ernähren sich von den Insekten in der Bibliothek und schützen somit die Bücher.

Die Lage oben auf dem Berg teilt sich die Universität mit der Neuen Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche war schön, aber im Vergleich zu den anderen katholischen Kirchen in Portugal keine Besonderheit. Was mich jedoch gewundert hat, dass bei den Altaren in den Seitenschiffen ein Automat stand und nur wenn man 50 Cent einwirft, wird der Altar im Seitenschiff für ein paar Minuten beleuchtet. Sowas habe ich bisher in keiner Kirche gesehen. Ich war ein wenig verwundert.

 

Ein Gedanke zu „Von Lissabon nach Porto

  • 16. Juli 2017 um 12:05
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    Das eine Fledermauskolonie die Bibliothek von Insekten befreit ist ja interessant!

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