Das portugiesische Neuschwanstein

Sintra, Portugal

Nachdem ich bereits ein paar Tage in Lissabon war und ich genügend Zeit hatte sämtliche (für mich interessante) Orte zu besuchen, entschied ich mich an meinem letzten Tag in Lissabon für einen kleinen Tagesausflug. Mit dem Zug bin ich in die 25km entfernte Kleinstadt Sintra gefahren. Sintra ist eine malerische portugiesische Stadt, die inmitten der pinienbedeckten Hügel der Serra de Sintra gelegen ist. Das etwas kühlere Klima lockte einst den Adel und die portugiesische Elite, die hier erlesene Paläste und extravagante Residenzen bauten und dekorative Gärten anlegten. Deswegen ist Sintra heutzutage auch so beliebt. Es gibt viel zu entdecken! Soviel, dass normalerweise geraten wird mehrere Tage in der Region zu bleiben.

Gleich nachdem ich aus dem Zug gestiegen bin habe ich hoch auf dem Berg die Castelo dos Mouros, eine idyllische Schlossruine, entdeckt. Dort bin ich dann auch hingewandert. Die Burg ist mittlerweile von dichten Wäldern umgeben und die antiken Mauern sind bewachsen. Es machte viel Spaß auf den Mauern entlang zu wandern. Zu Beginn war es noch sehr bewölkt, aber als ich dann auf dem höchsten Turm der Burg angekommen war, lösten sich die Wolken auf. Bei blauem Himmel und Sonnenschein genoss ich die Panoramasicht auf den Atlantik und die Lissabonner Flussmündung. Ich konnte am Horizont sogar die Brücke des 25. April (San Francisco Brücke) erkennen! Was für eine Wahnsinnsaussicht!

Von dort blickte ich auch auf mein nächstes Ziel, welches nochmals ein wenig höher lag, den Pena Palast. Dieser ist das Paradebeispiel für die skurrile und farbenfrohe Architektur der Romantik. Dieses ausgefallene Design des 19. Jahrhunderts wurde von der Liebe zur Kunst und der Mystik antiker Kulturen inspiriert, um dekorative und extravagante Gebäude zu bauen. Der Baustil des Pena Palastes inspirierte Ludwig von Bayern zum Bau von Neuschwanstein, dessen Bau weit nach dem des Pena Palastes begonnen wurde.

Meine Wanderung zum Palast führte natürlich erst wieder bergab, um danach direkt noch steiler den Berg wieder hinauf zuwandern. Oben beim Palast angekommen war ich überwältigt. Die Außenfassade mit seinen lebhaften Farben, die dekorativen Türmen und Zinnen sowie die Statuen mystischer Kreaturen. Es herrschte leider bereits ein solch großer Trubel am und im Palast, sodass ich mir den Palast gar nicht in Ruhe anschauen konnte. Nach kurzer Zeit hatte ich von dem Trubel schon zu viel und wollte nicht länger durch den Palast geschoben werden oder in Schlangen anstehen. Stattdessen bin ich lieber zu einem Aussichtspunkt im Park des Palastes gewandert.

Als letztes habe ich mit die Quinta da Regaleira, ein dekoratives Herrenhaus, angeschaut. Das Herrenhaus an sich war nicht wirklich interessant, da die meisten Räume leer standen oder nicht besucht werden durften. Dafür war der Garten umso interessanter. Es gab eine Vorführung mit Gesang. Natürlich auf portugiesisch, aber es war trotzdem unterhaltsam. Das Highlight waren die riesigen Brunnen, welche in kleines unterirdisches Tunnelsystem verliefen.

Für mehr bleib am Ende keine Zeit. Die Wanderungen bergauf und bergab haben doch seine Spuren hinterlassen. Auch ohne den gotischen Nationalpalast im Herzen Sintras gesehen zu haben war ich für den Tag zufrieden!

 

2 Gedanken zu „Das portugiesische Neuschwanstein

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