Bärenstark!

Icefields Parkway, Kanada

Nachdem wir mehrere Tage den Nationalpark Jasper rund um dem kleinen Ort Jasper ausgiebig erkundet hatten, ging es auf den Icefields Parkway. Zwei Tage lang sind über die 230 km lange Straße durch die Nationalparks Jasper und Banff bis zum Lake Louise gefahren. 230 km hört sich nicht nach viel an, aber diese 230 km werden gern als die schönste Gebirgsstrecke Kanadas gelobt. Deswegen haben wir uns auf der Strecke Zeit gelassen und so oft wie möglich angehalten, um die Ausblicke auf die fantastischen Berge zu genießen. Überall gab es fantastische Lookouts auf Wasserfälle, schneebedeckte Berge, Wälder, Gletscher und Flüsse. Genauso hatte ich mir Kanada vor meiner Reise bildlich vorgestellt. 🙂

Auf halber Strecke übernachteten wir auf dem höchstgelegensten Campground im Nationalpark, den Wilcox Creek Campground. Dieser befindet sich in der Nähe des Columbia Icefields. Das Columbia Icefield ist 325 km² groß. Von der Straße aus sind jedoch nur die Gletscher Athabasca, Stutfield und Dome zusehen. Das Eisfeld selber liegt verborgen in der Höhe. Von dem zentral gelegenen Icefield Centre kann man sich mit einer Art Bus auf eine präparierte Eisfläche auf der Gletscherzunge des Athabasca Gletschers fahren lassen, um dort eine kurze Zeit im Eis herumzuspazieren. Erstaunlich viele Besucher lassen sich für einen stolzen Preis auf das – unserer Ansicht nach – wenig plausible Vergnügen ein. Von der Terrasse des Icefield Centre sahen wir alle zehn Minuten einen Bus zum Gletscher fahren. Wir haben uns den Gletscher lieber gemütlich, mit einem heißen Kaffee in der Hand, aus der Ferne angeschaut.

Eine Sache war auf unserer Fahrt durch Kanada sicher: Immer wenn ein paar Autos am Straßenrand standen, waren irgendwelche Tiere nicht weit. So kam es natürlich auch auf dem Icefields Parkway! Unser tierisches Glück blieb uns erhalten und der zweite Tag auf dem Parkway wurde zu unserem bärenreichsten Tag in Kanada. Auf einer Lichtung nahe der Straße entdeckten wir einen Grizzlybär, welcher in der Sonne genüsslich eine Blume nach der Nächsten vertilgte. Wie kann etwas so flauschig und gleichzeitig so tödlich sein? 😀 Keine 30 m entfernt lag ein ausgewachsener Schwarzbär ebenfalls auf derselben Lichtung, genoss die Sonne und ließ sich ebenfalls von den Autos am Straßenrand nicht beirren. Endlich hatten wir nach mehreren Schwarzbären auch einen Grizzlybären zu Gesicht bekommen. 🙂 Aber wir hatten nochmal Glück und sahen kurze Zeit später am Straßenrand nochmal einen Schwarzbären mit einem älteren Bärenjungen. 🙂

Einen grandiosen Abschluss unserer Fahrt auf dem Icefields Parkway bildeten eine ganze Reihe von Seen vor der unglaublichen Gebirgs- und Gletscherkulisse des Banff Nationalparks. Auch wenn es immer wieder ein See vor einer Gebirgs- und Gletscherkulisse war, waren diese immer wieder reizvoll. Zunächst wanderten wir zum Viewpoint des Peyto Lakes. Der See befindet sich auf 1.870 m. Die unglaublich starke blaue Färbung, sah bereits bei Betrachtung mit dem bloßen Auge so unnatürlich aussah, als ob der See durch 12 verschiedene Photoshop-Farbfilter bearbeitet wurde. Bereits kurz nach dem Peyto Lake kamen wir mit unserem Wohnwahren an dem Bow Lake vorbei. Dieser befindet sich auf 1.940 m, war teilweise halb zugefroren und das Wasser leuchtete in einem leichten blau-grün Ton. Nach einer Nacht auf dem Lake Louise Campground im gleichnamigen Ort Lake Louise, ging es gleich früh am Morgen zum – oh Wunder – Lake Louise. Irgendwie waren die Kanadier bei der Namensgebung ein wenig einfallslos und faul 😉 😀 Das frühe Aufstehen hat sich aber gelohnt, denn es herrschte totale windstille und die von der aufgehenden Sonne angestrahlten Berge spiegelten sich perfekt auf dem Wasser. Den Abschluss machte der Moraine Lake, bevor es uns weiter nach Banff zog.

 

Ein Gedanke zu „Bärenstark!

  • 18. Juni 2017 um 12:10
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    Kann ich nur bestätigen, alles bärenstark.

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