Sir Jan und der gelbe Regenschirm

Bohol & Panglao, Philippinen

Traditionen sollte man nicht einfach links liegen lassen, sondern einhalten! So auch hier: Lena ist zu Besuch, daher „darf“ Lena auch einen „Gastartikel“ schreiben:

 

Reisen auf den Philippinen dauert immer lange. Das liegt nicht nur an der asiatischen Gemütlichkeit, sondern auch an der Tatsache, dass man meist von einer Insel zur nächsten reist und somit ein Wechsel des Transportmittels unumgänglich ist. So war es auch dieses Mal: von Port Barton haben wir einen Van zum Flughafen nach Puerto Princessa genommen und von dort einen Inlandsflug nach Cebu. Dort haben wir ein Grab-Taxi zu einer Unterkunft in der Nähe des Flughafens genommen, haben dort die Nacht verbracht und sind am nächsten Morgen mit einem Grab-Taxi zum Hafen gefahren. Mit der Schnellfähre ging es dann nach Tagbilaran auf der Insel Bohol. Ein Tricycle hat uns dann vom Hafen zum Busbahnhof gebracht und ein Jeepney dann wiederum nach Alona Beach auf der Bohol vorgelagerten Insel Pangalao. Ab dort waren es nur noch ein paar Schritte zu Fuß zu unser Unterkunft und wir waren endlich da.

Geplant hatten wir ein paar entspannte Tage am Strand, mit zwischenzeitlichen Abkühlungen im Pool unserer Unterkunft, und ein paar Ausflüge mit dem Roller nach Bohol. Nur leider haben wir unsere Planung ohne das Wetter gemacht! Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, so viel Regen auf den Philippinen zu erleben – jedenfalls nicht zu dieser Jahreszeit. Somit haben wir in den folgenden Tagen erstaunlich viel Zeit in unserer Unterkunft verbracht, die aber zum Glück wirklich schön war und viel Platz zum Entspannen bereitgehalten hat. Die „gewonnene“ Zeit wurde zum Lesen, Blog-Artikel schreiben, Fotos anschauen und Kartenspielen genutzt.

 

 

 

Unsere Idee, Bohol mit dem Roller zu erkunden, ließ sich aufgrund des Wetters leider nicht umsetzen, so dass wir uns aus Trotz ein Auto mit Fahrer gemietet haben. Von den Chocolate Hills, auf die ich mich am meisten gefreut habe, haben wir aufgrund von Nebel und Regen quasi gar nichts gesehen. Der größte Lichtblick des Ausflugs war der gelbe Regenschirm, der uns treu durch die Tage begleitet hat! Sehenswert hingegen waren die faustgroßen Tarsier, die wir in einem Sanctuary bewundern konnten. Wenn diese nachtaktiven Tierchen ihre großen Augen öffnen, erinnern sie mich doch ein wenig an Aliens. Toll war auch unser kurzer Stopp an den Twin Bridges – zwei Hängebrücken aus Bambus mit denen man einen Fluss überqueren kann. Zum Tagesabschluss haben wir uns ein Mahl bei der Organic Bee Farm gegönnt. Nach dem ganzen, doch recht ungesunden Essen auf den Philippinen, gab es einen richtig guten Salat mit essbaren Blüten.

 

 

 

Die philippinische Küche ist im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern ziemlich enttäuschend. Die Filipinos fritieren viel und gerne – mit Vorliebe ganzen Hähnchenschenkel, zu denen es dann einfach Reis gibt. Nach viel probieren haben wir Chicken Adobo, gegrilltes Hähnchen und Sizzling Squid für gut befunden. Der recht einseitigen nationalen Küche ist es aber vermutlich auch geschuldet, dass es eine Menge Restaurants mit internationalen Speisen gibt – verhungern muss auf den Philippinen also niemand!

Egal, welchen negativen Punkt man für die Philippinen anführt, alles wird durch die Menschen hier wieder wett gemacht! Sie sind einfach so unfassbar freundlich und hilfsbereit – das habe ich bisher wirklich selten erlebt. Da die Philippinen von 1898 bis zum Zweiten Weltkrieg unter amerikanischer Herrschaft standen, wurde Englisch die Sprache des Handels und der Politik. Auch noch heute ist englisch überall präsent und wird offensichtlich von der gesamten Bevölkerung zumindest grundlegend beherrscht. Das macht die Kommunikation im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern sehr einfach und ermöglicht auch das ein oder andere nette Gespräch. Überall wird man freundlich mit „Sir“ oder „Ma’am“ angesprochen. Da Jan meist die Unterkünfte gebucht hat bzw. als Ansprechpartner fungierte, war sein Name stets bekannt und die Dame an der Rezeption sprach ihn immer mit Sir Jan an – ein schöner Name, den ich gerne übernommen habe 😉

Eine weitere geeignete Aktivität für schlechtes Wetter ist das Tauchen. Die Unterwasserwelt kümmert sich nämlich recht wenig um das, was an der Oberfläche passiert (abgesehen davon, dass man bei der Sichtweite leichte Einbußen in Kauf nehmen muss). Also haben wir uns an einem Vormittag für zwei Tauchgänge hinaus aufs Meer getraut. Da ich seit zwei Jahren nicht mehr so tief unter Wasser war, war ich doch ziemlich ängstlich, hab die Tauchgänge dann aber doch erfolgreich gemeistert. Der erste Tauchgang war ein Cliff Dive, bei dem es vor allem seltene Korallen zu bewundern gab und beim zweiten Tauchgang haben wir richtig viele Schildkröten gesehen. Falls es noch niemand erwähnt hat: Ich liebe Schildkröten!

 

 

 

Obwohl das Wetter hätte besser sein können, haben wir unsere Zeit am Alona Beach sehr genossen. Unser Motto in diesen Tagen war der Werbespruch der Philippinen: „It’s more fun in the Philippines!“ – schlechtes Wetter hin oder her.

3 Gedanken zu „Sir Jan und der gelbe Regenschirm

  • 18. März 2017 um 22:25
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    Und er sorgt dafür, dass es auf den Bildern nie nach schlechtem Wetter aussieht! 🙂

    Aber die Tasier sehen echt gruselig aus…

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  • 19. März 2017 um 14:31
    Permalink

    Die Bilder von den Tauchgängen sind schön.
    Wenn die Menschen so hilfsbereit und nett sind wie die Philippiner bzw. Philippinerinnen macht das Reisen noch mehr Spaß.

    Antworten

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