Roadtrip

Melbourne, Great Ocean Road & Grampians Nationalpark, Australien

Für mich ging es nun nach Australien. Ich war zwar schon einmal hier, aber das war 2013. Damals habe ich Lena auf ihrer Weltreise in Australien für vier Wochen besucht und wir sind zusammen die Ostküste von Cairns bis nach Byron Bay gefahren. Australien ist jedoch groß, sehr groß! Flächenmäßig sogar größer als Europa, trotzdem leben hier nur 24 Mio. Menschen. Es gibt also viel Land zu entdecken.

Vor und nach meinem Roadtrip war ich in Melbourne. Hier habe ich es eigentlich relativ ruhig angehen lassen. Habe die Stadt ein wenig erkundet, war viel im Park und am Strand. Naja, ok … das Gun’s and Roses Konzert war ganz und gar nicht ruhig, aber die alten Herren haben es ordentlich krachen lassen. Angus Young hat war sogar auch für ein paar Lieder dabei!

Von Melbourne aus ging es mit dem Auto auf die bekannte Great Ocean Road. Ich war jedoch nicht alleine unterwegs, denn ich habe über die Australien Backpacker Gruppe auf Facebook eine Litauerin kennengelernt und wir haben uns zusammen ein Auto gemietet und sind insgesamt sechs Tage unterwegs gewesen.

Bis nach Torquay, wo die Great Ocean Road beginnt, brauchten wir ein paar Stunden. Wir mussten ja noch ein wenig Proviant einkaufen und ich brauchte noch ein Zelt. Zum Glück gab es bei Kmart ein Zelt für 15 $. Muss ja nur ein paar Tage halten und einen Schlafsack hatte ich noch aus Neuseeland mitgebracht. Am ersten Tag sind wir deswegen nur bis nach Lorne gefahren. Unterwegs haben wir ein paar Mal an der Küste angehalten, sind zum Splitpoint Lighthouse gelaufen, aber wir wollten uns sowieso ein wenig Zeit lassen auf der Great Ocean Road. Unser erste Campingplatz lag ein wenig im Inland, denn wir wollten soweit es geht auf den Free Campsites übernachten. Dort hatten wir dann auch gleich unseren ersten Koala gesehen, welcher sich im höchsten Baum auf dem Campingplatz gemütlich gemacht hatte. Außerdem kamen Papageien auf den Zeltplatz und haben sich auf gerne auf die Schulter, Kopf und Arme gesetzt, wenn man den auch ein wenig zu Essen dabei hatte 😉

Bilder Tag 1:

Die erste Nacht war doch ein wenig frisch gewesen. Musste in der Nacht doch noch ein T-Shirt mehr und auch meinen Pullover anziehen. Auf dem Weg vom Zeltplatz zurück zur Great Ocean Road haben wir noch einen Stop bei dem Erskine Wasserfall gemacht und sind einfach ein wenig den kleinen Fluss im Regenwald entlang gewandert.

Unseren nächsten größeren Stop haben wir in Kennett River gemacht. Neben dem „Koala Kafé“ gibt es eine lange Straße mit vielen Eukalyptusbäumen. Hier haben wir vier Koalas in den Bäumen gefunden, welche aber alle sehr schläfrig waren. Die Aufmerksamkeit haben mal wieder die ganzen Papageien auf sich gezogen 😀

Unser Zeltplatz war dieses Mal tief im Regenwald. Der letzte Teil der Strecke war auch mehr eine Gravel Road. Wir waren dieses Mal recht früh am Zeltplatz angekommen, daher hatten wir uns noch den Beauchamp Wasserfall angeschaut. Praktischerweise begann der kurze Wanderweg direkt am Zeltplatz. Da es an dem vorherigen Tag doch ein wenig frisch war, hatten wir ein wenig Feuerholz gesammelt und am Abend ein kleines Lagerfeuer gemacht.

Bilder Tag 2:

Wir sind an unserem dritten Tag sehr früh aufgebrochen, da wir dieses Mal ein wenig mehr vor hatten. Noch vor dem Frühstück wollten wir zum Cape Otway Leuchtturm. In Bäumen an der Straße zum Leuchtturm soll es die beste Möglichkeit geben Koalas an der Great Ocean Road zu entdecken. Auf dem Hinweg zum Leuchtturm haben wir jedoch keinen einzigen Koala entdeckt und waren ein wenig enttäuscht. Als wir dann beim Leuchtturm ankamen, mussten wir auch noch feststellen, dass es sich leider mehr um einen kleinen Touristenpark handelt und 20 AU-$ Eintritt verlangt wird. Nach einem kleinen Frühstück ohne Ausblick auf’s Meer oder Leuchtturm sind wir zurück zur Great Ocean Road gefahren. Dieses Mal hatten wir mit den Koalas jedoch mehr Glück! Insgesamt haben wir 10 (!) Koalas entdeckt und mussten natürlich immer anhalten und ein paar Fotos machen 😀 Die Koalas waren wahrscheinlich auf dem Hinweg auch schon dort gewesen. Vielleicht waren unsere Augen auch noch nicht ganz auf gewesen 😀

Weiter ging es auf der Great Ocean Road, welche ein ganzes Stück gar nicht direkt an der Küste entlang ging, sondern im Inland. Mal ging es durch Wälder und mal gab es nur ein paar Felder zusehen.

Am Nachmittag waren wir dann in einem kleinen Eco-Wildlife Park. Hier haben wir Emus, Alpakas und Kängurus gefüttert. Wobei bei den Kängurus nicht viel los war. Bei 38°C lagen diese nur faul im Schatten herum 😀 Am süßesten fand ich jedoch das weiße Alpaka, welches einem immer ganz niedlich mit ganz großen Augen angeschaut hat und sich immer freute, wenn man es fütterte. Ansonsten gab es auch noch Dingos, Hirsche, Schafe und ganz viele Kängurus in anderen Gehegen, welche man nicht betreten durfte und die Tiere nicht füttern durfte. Den restlichen Nachmittag hatten wir am Strand verbracht, bevor wir uns dann für diese Nacht einen Zeltplatz in der Nähe von dem Aushängeschild der Great Ocean Road, den 12 Aposteln, gesucht haben. Dieses Mal haben wir auch was gezahlt, denn wir wollten uns den Sonnenuntergang und Sonnenaufgang bei den 12 Aposteln anschauen.

Zum Sonnenuntergang war bei den 12 Aposteln schon einiges los, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Nicht nur, dass die verschiedenen Farben auf den 12 Aposteln mit der untergehenden Sonne unglaublich schön aussagen, sondern vielmehr der Sonnenuntergang an sich war das Highlight. Ich habe in den letzten Monaten auf meiner Reise mir schon so einige Sonnenuntergänge angeschaut. Mal am Strand, mal in der Stadt, am Hafen oder am Strand, aber ich muss schon sagen, dass der Sonnenuntergang bei den 12 Aposteln mit der schönste auf meiner bisherigen Reise war. Das Zusammenspiel der untergehenden Sonne, mit den Wolken und den Farben war unglaublich schön!

Bilder Tag 3:

Die Nacht war leider ein wenig kurz und ich war auch kurz davor mich wieder hinzulegen, aber dann habe ich mich doch hochgequält. Ich habe schnell mein Zelt abgebaut und wir sind erneut zu den 12 Aposteln gefahren. Im Vergleich zum Sonnenuntergang am vorherigen Abend war nun so gut wir gar nichts los. Das Beste war jedoch, als wir kurz nach dem Sonnenaufgang sogar die einzigen Besucher bei den 12 Aposteln waren. Der letzte Abschnitt der Great Ocean Road verlief zu meist direkt an der Küste und wir haben wieder einige Stops an verschiedenen Buchten gemacht. Unser letzter Stop war im Tower Hill Reserve. Hier leben Kängurus, Emus und Koalas. Kängurus haben wir zwar keine gesehen, aber ein paar Emus und erneut Koalas. Dieses Mal hatten wir jedoch Glück, dass sich ein Koala den niedrigsten Ast des Baumes ausgesucht hatte, welchen nur knapp 3m über dem Boden war. Das Beste war noch, dass der Koala auch wach war und geklettert ist, bevor er wieder einen gemütlichen Ast für ein Nickerchen gefunden hatte. 🙂

Damit war die Reise auf der Great Ocean Road zu Ende und es war viel besser als ich es mir zuvor jemals vorgestellt hatte. Ich hatte ehrlich damit gerechnet, dass es sich um eine Küstenstraße wie der Highway No. 1 von San Francisco nach Los Angeles handelt, wo es ab und zu schöne Aussichtspunkte gibt.Die Strecke war jedoch mit den Abschnitten durch die verschiedenen Wälder abwechslungsreich und wurde nie langweilig. Außerdem hatte ich absolut nicht damit gerechnet so viele verschiedene Tiere aus der Nähe und auch noch in freier Wildbahn zu sehen.

Aber der Roadtrip war noch nicht ganz vorbei. Am Nachmittag sind wir Richtung Norden ins Inland in den Grampians Nationalpark gefahren. Eine gefühlte Ewigkeit ging es nur durch Farmland geradeaus, aber nach ein paar Stunden sind die Berge des Nationalparks aufgetaucht. Im Nationalpark haben wir immer wieder Kängurus am Straßenrand gesehen. Leider waren auch ein paar tote dabei 🙁 Im Halls Gap, dem kleinen Dorf im Nationalpark haben wir noch Abend ein paar Kängurus auf dem Sportplatz gesehen, welche sich zur Aufgabe gemacht haben den Rasen schön kurz zu halten 😀

Bilder Tag 4:

Erneut sind wir zum Sonnenaufgang aufgestanden. Es ging zum Boroka Lookout, denn dieser liegt auf gut 800m und von dort hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf das umliegende Flachland. Danach haben wir uns noch den McKenzie Wasserfall und ein paar andere Aussichtspunkte angeschaut, bevor wir bei 38°C zu den Pinnacles gewandert sind. Der Weg ging zwar nur über knapp 2,5 km, aber aufgrund der Hitze und dem meistens fehlenden Schatten war das ganze jedoch sehr anstrengend gewesen. Kurz vor den Pinnacles mussten wir jedoch durch eine kleine Schlucht gehen, da es in dieser schön kühl war, hatten wir dort eine kleine Pause eingelegt 😀 Die Quälerei hatte sich am Ende jedoch gelohnt, denn die Aussicht war mal wieder genial gewesen.

Den Rest des Tages sind wir wieder in Richtung Melbourne gefahren und haben auf einem Zeltplatz im Wombat State Forest in der Nähe von Melbourne übernachtet, da wir am Folgetag das Auto vor 10 Uhr Morgens abgeben mussten.

Bilder Tag 5:

Ein Gedanke zu „Roadtrip

  • 18. Februar 2017 um 19:37
    Permalink

    Du wirst ja immer mehr ein Natur- und Tierliebhaber.

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